EINFÜHRUNG IN DIE PARKOUR PHILOSOPHIE

Die Hintergründe und Entstehung

Seit den Anfängen von Parkour ist viel passiert und leider ist viel von den ursprünglichen Gedanken verloren gegangen. Vielen geht es heute nur noch um schneller, weiter und höher... Die einen nennen es "die" Weiterentwicklung von Parkour oder wollen Ihre Bewegungen einfach Parkour nennen, weil es zur Zeit bekannter als z.B. Freerunning ist.

 

Aber es gibt auch einige Gruppen, denen der Ursprung von Parkour wichtig ist und die die Werte aufrechterhalten wollen. Das bedeutet nicht das ein Traceure "nur" Parkour machen darf und nichts anderes. Sondern es geht darum, sich der Unterschiede bewusst zu sein.

 

Viele Traceure trainieren auch Bewegungen aus dem Freerunning, Klettern, Bouldern oder Slacklinen. Auch kommen einige aus dem Turnen, Kampfsport oder anderen Sportarten.

 

Aber beim Parkour soll es um die effizienten Bewegungen gehen. Und so haben sich auch einige Grundsätze durch die Methode Naturelle, David Belle und den Traceuren der ersten Stunde geprägt.

 

David Belle nahm diesen Gedanke wieder auf und die Traceure der ersten Stunde aus Frankreich, aber auch der Schweiz, Österreich und Deutschland formten daraus die Parkour Philosophie.

Die Kerngedanken unserer Parkour Philosophie


  • Sicherheit und Kontrolle in jeder Situation
  • Hilfsbereitschaft
  • Effiziente Bewegungen
  • Hartes körperliches und mentales Training
  • Achtung und Respekt vor unseren Mitmenschen
  • Rücksichtsvoller Umgang mit der Umgebung
  • Der Schutz der eigenen Gesundheit

 

Sicherheit und Kontrolle

Ein wichtiger Satz ist: „Parkour ist nur so gefährlich, wie man es sich selbst macht."

Der Traceur muss sich sicher sein, dass er das Hindernis überwinden kann, andernfalls sollte er sich vorerst ein leichteres suchen. Man wagt nur Sprünge, bei denen man sich sicher ist, dass man diese auch schafft. Der Schwierigkeitsgrad wird also in sehr kleinen Schritten gesteigert.

 

 

Hilfsbereitschaft

Ein wichtiger Grundsatz nach dem Georges Hebert seine Methode Naturelle formte, war das Ziel: „Être fort pour être utile“ („Stark sein, um nützlich zu sein“). Es ging ihm darum Athlettische Fähigkeiten mit Hilfsbereitschaft, Selbstlosigkeit und Tapferkeit zu vereinbaren. 

 

 

Effiziente Bewegungen

Bei Parkour nimmt der Traceure (französisch: „der den Weg ebnet“ oder „der eine Spur legt“) unter Berücksichtigung sämtlicher vorhandener Hindernisse, den kürzesten und effizientesten Weg von A nach B. Dabei sollte auch der Rückweg einbezogen werden. Das ganze mit effizienten und flüssigen Bewegungen (Flow).

 

David Belle sieht Parkour nicht als Sport, sondern als kreative Kunst

 

Es geht um die optimale Hindernissüberwindung in jeder Umgebung, mit minimalen Aufwand. Die Kunst dabei ist seine Bewegung der jeweiligen Situation kreativ anzupassen, unter Einschätzung des eigenen körperlichen Potenzials.

 

 

Hartes körperliches und mentales Training
Das harte körperliche Training ist ein fester Bestandteil der Philosophie. Vor dem Training sollte man sich richtig aufwärmen und aufs Training vorbereiten um Verletzungen zu vermeiden. Aber auch eine gewisse Mentale Stärke wird sich antrainiert, um verschiedene Situation und die eigenen Fähigkeiten richtig einzuschätzen.

 

 

Achtung und Respekt vor unseren Mitmenschen

Ein weiterer Aspekt der Philosophie ist der Respekt des Traceurs vor seinen Mitmenschen. Wir trainieren an Plätzen, die zum Teil nie für Trainingseinheiten gedacht waren und sind auf das Verständnis unserer Mitmenschen angewiesen. 

Wer für seine außergewöhnliche Leidenschaft Verständnis verlangt, sollte auch anderen Vorurteilsfrei entgegentreten. Mobbing und Diskriminierung jedweder Art werden bei uns nicht geduldet.

 

 

Rücksichtsvoller Umgang mit der Umgebung

Die Umwelt in der wir trainieren, sollten wir schützen und bewahren. Das heißt unsere Umgebung wird nicht verändert, beschädigt und auf andere Weise negativ beeinträchtigt.

Sollte bei Training tatsächlich mal etwas beschädigt werden, sollte der Verursacher Größe beweisen und dazu stehen. Wenn nicht feststeht wo man das melden kann, wird die Polizei informiert und der Schaden wird in der Regel über die Haftpflichtversicherung abgewickelt. Dächer werden ohne Genehmigung nicht betreten!

 

 

Der Schutz der eigenen Gesundheit

Der Respekt vor der eigene Gesundheit und dem eigenem Körper muss ein fester Bestandteil des Trainings sein. Da Parkour eine gute körperliche und geistige Fitness erfordert, wird dem Wohlergehen des Körpers besondere Beachtung geschenkt.

Ein häufig angeführter Kritikpunkt ist die enorme Gelenkbeanspruchung bei tiefen Sprüngen. Viele Traceure wenden zwar eine Rolle an, um die Fallenergie in die Vorwärtsbewegung umzulenken, jedoch gibt es auf Grund der relativ jungen Bewegungskunst zu diesem Thema noch keine Sport wissenschaftlichen Untersuchungen. Hohe Sprünge sind nicht das Ziel von Parkour und sollten nach Möglichkeit vermieden werden.